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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Ein Kommentar

  1. Ein *tainment-Angebot also. Hm…

    Software der *tainment-Klasse hat sich in unserer Bibliothek ebenso wenig bewährt wie Software der Drill-Instructor-Klasse. Am Ende ist es doch „Lernen“, so lassen sich die Antworten zusammenfassen, wenn ich mit Ex-Entleihern darüber spreche. Mein Eindruck: Bei den wenigen Schülern (Eltern!), die computer-based lernen (lassen), wird die *tainment-Klasse aussortiert, weil sie zuviel Zeit in Anspruch nimmt und in der Regel das im Unterricht gefragte Niveau nicht erreicht. Auch nicht mit preisgekrönter Software. Dann lieber knackig drillen und in der gesparten Zeit „richtig“ spielen. Positive Aussagen gab es auch zum kostenpflichtigen Online-Portal „Sofatutor“, das allerdings keine Übungsaufgaben anbietet sondern Lehrvideos von unterschiedlicher Qualität, vergleichbar der kostenlosen Khan¬-Academy. Die Übungen werden danach außerhalb des Portals mit Lernsoftware durchgeführt, und zwar mit der Begleitsoftware zum jeweiligen Schulbuch. Diese Übungen sind näher am Unterricht und erreichen das geforderte Niveau. Lerntheoretisch mögen spielerische Ansätze überlegen sein, im Alltag setzt sich Pragmatismus durch – schon aus Zeitgründen und weil es um die Zensur geht und nicht um das Lernen als Selbstzweck. Erstaunlich, dass Scoyo Probleme hatte, am Markt zu bestehen – angesichts des gewaltigen Nachhilfemarktes.

    Apropos „gewaltiger Nachhilfemarkt“ … –>> ???

    Schluss mit der Skepsis. Warten wir es einfach ab und freuen wir uns auf eine evidenzbasierte Evaluation dieses Angebots aus Hamburg. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich nämlich noch 1993 die edutainment-basierte Lernrevolution ausrufen. Wie peinlich. Wenn ich jetzt aber Eltern, Lehrern und Schülern zuhöre, weiß ich: Der mediale Bildungs-Heiland, er kommt noch. Ist er (wieder) eine Bibliothek?