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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Erfolgreich kassieren…

… und zwar bei Bibliotheken. Dass das eine Spezialität vom Verlag deGruyter, das haben wir ja schon ab und an festgestellt.

Heute stieß ich zufällig wieder über ein anscheinend normales Geschäftsmodell (vielleicht habe ich auch nur etwas nicht verstanden). In vielen Foren und Artikeln wird die Zurückhaltung beim Kauf von eBooks (ebooks, nicht PDFs!) damit begründet, dass nicht einzusehen ist, nur ca. 10-20% weniger zu bezahlen als für die gedruckte Ausgabe. Die Verlage versuchen zwar immer wieder zu begründen, warum das so OK ist und leider, leider kaum Spielraum  für weitere Preissenkungen ist.

DeGruyter macht das nicht nur in der Reihe „Erfolgreich Recherchieren“ ganz anders: Während ein broschiertes Buch der Reihe jeweils 19,95 Euro kostet, ist die Ausgabe als „eBook“ (ich weigere mich ja PDFs als eBooks zu bezeichnen) pro Titel nur genau 10mal so teuer, also 199,50 Euro.

Ob wohl dieser leicht höhere Preis in den von den Bibliotheken zu beziehenden ebook-Paketen angesetzt wird? Ist es eine Kompensation für den Verlag, weil jetzt evtl.  nicht 10 oder 20 gedruckte Lehrbuchexemplare gekauft werden? Brauchen wir ein modifiziertes Leistungsschutzrecht, um Verlagen weiterhin ein gesichertes Einkommen zu garantieren?

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

Ein Kommentar

  1. Ich tippe mal auf eine stillschweigende Einpreisung der Tatsache, dass sich alle die PDFs kopieren und eben nicht wie Bücher irgendwann in die Bib zurückgeben müssen.