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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

3 Kommentare

  1. Rainer Pörzgen kommentierte auf facebook: „Ich weiß, dass das derzeit nicht unbedingt konsensfähig ist, es herrscht nämlich eine meiner Meinung nach recht unrefelektierte Vorstellung von „Kundenfreundlichkeit“ – aber viele dieser Schilder sind leider in der Regel notwendig (in solcher Anhäufung wirken sie natürlich übertrieben).“ – Ich antworte mal hier: Ich denke, Rainer, dass es sehr auf den Charakter einer Bibliothek ankommt. Wenn ich eine Bibliothek mit Stammkundschaft habe, komme ich fast ohne Schilder aus oder hänge sie nur periodisch auf, wenn beispielsweise viele neue Nutzer/innen die Bibliothek frequentieren. Wenn ich eine Bibliothek mit Massenkundschaft und stark wechselndem Publikum habe, sind Aushänge ggf. sinnvoller. Ich denke aber, was man bei diesen Schildern ablesen kann, ist, dass die Leute nicht lesen, dennoch fragen und dass man dann mit Unterstreichungen, Totenköpfen, Schriftgrößen etc. arbeitet – oft dennoch mit geringem Erfolg, mit dem ungewollten Effekt, dass es falsch interpretiert wird im Sinne einer Institution, die alles mögliche verbietet. In diesem Sinne kann weniger mehr sein. 🙂

  2. Trotz „keine Schilder“ und freundlicher Stammkundinnengespräche hatte ich in diesem Jahr – es ist ja noch nicht zu Ende – zwei Platzwunden zu betreuen, weil herumrennende Kinder gegen das Regal geknallt sind. Der Kunde liest nicht nur nicht, er hört auch nicht. Wenn es dem Marketing dient, muss er halt bluten. Und das Gebrüll, der Blutschwall, die schockierten Gesichter anderer Kinder, wenn die Stirn aufklafft … DAS ist authentisches Splatter-Marketing und emotional Lending. Zumindest in der Thriller-Abteilung.
    Für Schilder-Fans hätte ich zwar nicht aus der Bibliothek sondern aus meiner Nachbarschaft noch zwei Vorschläge, zumal die marketingfreundliche Adventszeit naht. Für die Ausleihtheke: „Wir wollen nicht gefüttert werden“. Und für ineffiziente Kunden einen Pitbull mit der Sprechblase: „Ich bin in 3 Sekunden an der Tür – und Du?“

  3. Ich schließe mich den Worten meines Vorredners an, merke aber an, dass gelegentlich deutliche Worte notwendig sind – aber freundlich, bitte. Also nicht „Welchen Teil von NEIN haben Sie jetzt nicht verstanden?“ sondern „Ich sage JA zum NEIN“. Auf diese Weise kommt man ins Gespräch 🙂