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Linksammlungen, deutsche Wertarbeit

In Intute sieht das so aus:

Intute war eine wunderbare britische Linksammlung, breit die Fächer abdeckend, die Quellen gut erschlossen. Nun ja, Intute ist, wie das Bild besagt, vor fast drei Jahren geschlossen worden. Aber wenn Sie Intute dennoch benutzen wollen, dann können Sie das, die Systematik ist weiterhin da

und Sie können sich in die Sammlung hineinbewegen, wie gewohnt, auf eigene Gefahr. Die Gefahr ist nicht groß: Man stolpert über tote Links. Das wurde einem ja gesagt. Ausserdem kann man sich als Infopro betätigen und die „gewanderten“ Inhalte suchen, wenn man lustig ist.

Wenn Sie die Internetbibliothek besuchen möchten, die seit Anfang des Jahres nicht mehr gepflegt wird, dann sehen Sie dieses:

Das ist gar nicht lustig! Wissen Sie noch, was in der Rubrik Gartenbau enthalten war? Oder Gesundheit? Ich nicht!

Eine andere sehr brauchbare britische Linksammlung war BUBL. Sie war nach Dewey geordnet. Ich erspare Ihnen den Screenshot, es gibt sie nicht mehr.
Wenn Sie aber BUBL weiterhin nutzen möchten, dann können Sie das Archive.org ansteuern und dort die Wayback Machine benutzen. Sie müssen dort denk Link eingeben. Es war http://www.bubl.ac.uk/. Geben Sie ihn ein, dann können Sie frühere, archivierte Stände von BUBL weiterhin nutzen.

Das macht weiter keine Schwierigkeiten, denn die Seiten waren in HTML geschrieben.

Wenn Sie die Adresse der Internetbibliothek in die Wayback Machine eingeben, dann sehen Sie dieses:

Es mag sein, dass die Archivierung der Seite deshalb verwehrt wurde, weil bei der Archivierung Murks herauskam. Das ist bei manchen, aus Datenbanken heraus erstellten Webseiten so. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob das auch bei der Internet der Fall war.
Gleichwohl: zehn Jahre Projektarbeit, zehn Jahre auch, in denen Kolleginnen und Kollegen sich auf das Angebot bezogen haben, durch Links, in Schulungstexten, einfach mit einem Strich tabula rasa. Das ist schon etwas!

Ich habe mir am Wochenende, als ich das sah, schnell nach der Schopfheimer hypervirtuellen Bibliothek geschaut. Uff, die gibt es noch (mit toten Links zur Internetbibliothek, wie könnte es auch anders sein? …)! Und sie ist auch in Archive.org enthalten. Selbst wenn Kollege Menter es einmal nicht mehr schaffen sollte, sie am Leben zu erhalten, wird man auf den Stand zugreifen können.

6 Kommentare

  1. Das ist halt deutsche Wertarbeit – da wird gründlich gelöscht, damit auch nichts übrig bleibt. Es gab in der Dt. Internetbibliothek mit Sicherheit auch keine Export- oder Backup-Möglichkeit für die Teilnehmer, oder?

    Bei BUBL und SHVB habe ich vor ewigen Zeiten auch mal genutzt, die Dt. Internetbibliothek allerdings nie.

  2. Guten Tag jplie,
    wenn Sie die Betreiber von http://www.internetbibliothek.de überzeugen können, eine einfache Textdatei im Wurzelverzeichnis ihres Servers zu ändern, könnte Archive.org etwas liefern:
    Zusätzlich zu

    User-agent: *
    Disallow: /

    Muss dort stehen

    User-agent: ia_archiver
    Disallow:

    Hierin sieht das Internet Archive die Erlaubnis, die archivierten Seiten (falls vorhanden) zu zeigen.

    • @Kai Naumann: Das würde aber nur funktionieren, wenn Archive schon früher etwas von internetbibliothek.de archiviert hat, was es dann anzeigen kann. Jetzt wo die Inhalte gelöscht sind bzw. nicht mehr verlinkt, kann Archive auch nichts mehr crawlen und archivieren.

      Da werden sich die ehemaligen Teilnehmer und Nutzer der Internetbibliothek sicherlich freuen und in Zukunft lieber bei beständigeren Websites wie Diigo oder Delicious ihre Bookmarks sammeln. Da hat man zudem auch gute Backup-Möglichkeit.

  3. Sorry für’s ausgraben, aber das liegt nicht an HTML. Das liegt, wie von Dr. Naumann bereits angesprochen, daran, dass das Indexieren ausgeschlossen wurde – vermutlich schon vor dem Abschalten, sonst gäbe es vermutlich noch ältere Stände.

    Auch Seiten, die auf PHP etc. basieren können durchaus indexiert werden, etwa mein Blog. Da ist wenig HTML dran 😉

  4. Eine umfassende Export-Möglichkeit gab es in der Deutschen Internetbibliothek in der Tat nicht – diese wäre aufgrund der vertragsrechtlichen Situation der Kooperation bezüglich der Nutzungsrechte allerdings auch gar nicht zulässig gewesen.

    Natürlich aber wurde die Deutsche Internetbibliothek mit ihrem Linkverzeichnis vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg als Betreiber des Dienstes im Rahmen des Digitalen Webseitenarchivs des BSZ SWBregio http://www.swbregio.de vor ihrer Abschaltung (nicht Löschung) geharvestet: http://www.swbregio.de/wayback/20130816072005/https://dib1.bsz-bw.de/dib1/issues/template/kb%2CkbSubjects.vm/curmodule/304/key/groupid/groupid/3359/curit/222 . Dieser Crawl ist allgemein zugänglich.

    Der Zustand, den Sie dort vorfinden, spiegelt den Inhalt vor der Abschaltung wider, da im letzten Vierteljahr ihres Bestehens keine Links mehr von den teilnehmenden Bibliotheken gepflegt wurden.

    Renate Hannemann, BSZ Konstanz