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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Als Ort der Arbeit neu gedacht

Ein Artikel über die Bibliothek als neu erfundenem Raum und über die Konvergenz mit Co-Working-Spaces bei den Netzpiloten. – Übrigens ist diese Fragestellung schon vor längerem von der Zukunftswerkstatt in einem Bibliotheksdienst-Artikel von Julia Bergmann thematisiert worden und auch praktische Beispiele finden sich neben anderen Artikeln im Blog der Zukunftswerkstatt, wenn man nach coworking sucht.

2 Kommentare

  1. „Ende letzten Jahres besuchte ich die Kölner Stadtbibliothek und lernte den Ort Bibliothek als etwas vollkommen Neues kennen. Die Bibliothek als Makerspace, wo ich Zugang zu Wissen erhalte, in dem ich es miterschaffe und nutze, statt nur in Büchern herum zu blättern oder das Internet danach zu durchsuchen. “

    —„statt nur in Büchern herum zu blättern oder das Internet danach zu durchsuchen“ Ist das nicht schlicht Blödsinn? “ Das „Wissen“, das sich aus der Arbeit in einem „Makerspace“ ergeben kann, ist in seinem Spektrum doch wohl recht begrenzt …

    „Das mehr als 150 Jahre alte Ideal der Bibliothek als Ort der sozialen Chancengerechtigkeit, an dem alle Menschen den gleichen Arbeitsplatz und die gleichen Möglichkeiten haben, wird so neu entdeckt…“ – Aber wohlgemerkt nicht durch Blättern in Büchern und Recherchen im Internet. Die gibt es bald nur noch für die Privilegierten in den wissenschaftlichen Bibliotheken, wenn Leute wie Hannelore Vogt so weitermachen. Zur sozialdemokratischen Chancengerechtigkeit gilt der Satz von Volker Pispers: Chancengerechtigkeit ist wie Lotto: alle haben die gleichen Chancen, aber nicht jeder kann gewinnen.

    Wer nicht gewonnen hat, bekommt zum Trost dann Bastelbücher in der Zentralbibliothek der „Bibliothek des Jahres“:
    „„Öffentliche Büchereien haben den Vorteil, dass sie nicht unter Umsatzdruck stehen“, sagt Vogt. „Wir können deshalb besser aktuelle Entwicklungen erkennen und reagieren proaktiv auf Trends.“ Viele Bibliotheken haben zum Beispiel vor einiger Zeit das wachsende Interesse an Bastelliteratur bemerkt. Stricken, Schneidern, Tischlern, Origami – in Köln füllen die Bücher schon seit Längerem Dutzende Regalmeter. „Jetzt springen auch die großen Buchketten langsam auf den Trend“, sagt Vogt. Auf der anderen Seite ist man bei der zeitgenössischen Literatur inzwischen rabiat. „Was längere Zeit nicht ausgeliehen wird, das nehmen wir aus dem Angebot heraus.“ Von Bestsellern werden zunächst gerne mal 30 oder 40 Stück bestellt, schon wenige Monate später verbleibt nur noch ein einziges Exemplar. So ist die Bibliothek in Köln vom staatlich subventionierten Staubfänger zum Treffpunkt der Innovation [?] geworden.“
    http://www.wiwo.de/erfolg/trends/buecher-und-bildung-die-renaissance-der-stadtbibliothek-/12979754-all.html

    • Noch eine kleine Ergänzung: Können große Buchhandelsketten, in denen immer nur das Meistgefragte und Aktuelle ausliegt, ein Maßstab sein für Bibliotheken? Sollte nicht in Bibliotheken, zumindest in Zentralbibliotheken, auch das greifbar sein, was im Buchhandel nicht mehr erhältlich ist. Sind nicht auch gerade für dieses kommerziell nicht lohnende Angebot die staatlichen Subventionen gedacht? Und was diese staatlichen Subventionen betrifft: Sie sind ganz sicher nicht für 30 bis 40 Exemplare eines Bestsellers vorgesehen, die schon nach wenigen Monaten alle bis auf ein Exemplar entsorgt werden, wenn sie bei 1 Monat Ausleihfrist nur von drei bis vier Lesern genutzt worden sein können. Das ist wohl eher ein Fall für den Rechnungshof.

      Sowohl bei den Netzpiloten wie bei der Wirtschaftswoche handelt es sich offenkundig um wirres Zeug.