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Dissertation zum Ende des DBI II

Durch einen Beitrag von Willi Bredemeier bin ich auf die ausführliche Rezension von Karsten Schuldt auf Libreas zur Dissertation über das Ende des DBI aufmerksam geworden. (Wir hatten darauf hingewiesen)
Ich finde nicht, dass das ein bibliothekarischer Phantomschmerz ist, dass die Dienstleistungen des DBI entweder nicht mehr angeboten oder nur mühselig substituiert werden. Beispiele gefällig? Ich pflege auf den Seiten des BIB immer noch die Liste mit bibliothekarischen Zeitschriften, die ursprünglich im DBI entstand. Und ich sammle in bibtexte seit 2003 Online-(OA-)Zitationen bibliothekarischer Literatur, ein kümmerlicher Ersatz für DOBInet, das vom DBI für die Profession unterhalten wurde und die Fachliteratur dokumentierte, die elektronisch verfügbar war. – Ich könnte mir vorstellen, dass es der dbv-Kommission Kinder- und Jugendbibliothek ähnlich geht oder auch die Kolleginnen und Kollegen, welche die Initiative Fortbildung am Laufen halten!
Irgendwo in der Besprechung steht, dass es unklar sei, was das DBI gemacht habe. Das hat mich an eine von mir erstellte Übersicht zum Portfolio erinnert, die ursprünglich auf bibliothekar.de tabellarisch Auskunft über die Dienste des DBI (soweit sie auf der Homepage dokumentiert waren) und ihren Verbleib gab. Edlef hat sie netterweise wieder ans Licht geholt, ebenso den dort verlinkten Beitrag von Dietmar Kummer zum Raubmord in Berlin. Der hatte offensichtlich auch keine Phantomschmerzen … 😉
Nebenbei: Phantomschmerzen oder Schmerzen hin und her, heftige Gefühle hege ich nachhaltig hinsichtlich der Projekteritis bibliothekarischer Institutionen, beispielsweise bezüglich Vascoda.de oder b2i. Von denen wissen heutige Studierende auch schon nicht mehr, dass es das gab, Metasuchen über diverse oder fachliche Quellen. Der Aufbau und das Niederreißen von fachlichen Ressourcen, das ist das, was einen aufregt. Und die Amnesie, die komischerweise stets folgt …

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